Der vorliegende Sammelband vereint eine Reihe von Faksimile-Veröffentlichungen des Feldenkrais-Verbandes Deutschland. Er bietet dem Leser ein breites Spektrum der Feldenkrais-Methode, welches von den Wurzeln des Begründers selbst bis hin zu angrenzenden Fachgebieten, wie Milton Erickson’s Hypnotherapie, Kybernetik und Konstruktivismus reicht. Themen, die Moshé Feldenkrais immer wieder als Inspirationsquelle erwähnt.

Inhaltsverzeichnis:

  • Moshé Feldenkrais „Körperausdruck“
  • Moshé Feldenkrais „Drei Aufsätze“
  • Moshé Feldenkrais „Die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit“
  • Moshé Feldenkrais „Körper-Geist-Beziehung“
  • Moshé Feldenkrais „Organisches Lernen und Bewußtheit“
  • Mark Reese „Moshé Feldenkrais‘ Arbeit mit Bewegung, Milton Erickson’s Hypnotherapie, Parallelen“
  • Heinz von Foerster „Ethik und Kybernetik zweiter Ordnung“
  • Peter Jacoby „Die Feldenkrais-Methode in Musikpädagogik und Stimmbildung“
  • Heinz von Foerster „Bewußtsein, Gedächtnis, Sprache und Magie“
  • Ralph Strauch, „Selbstbeschreibungsprozesse“

Onlineshop des FVD

Der anspruchsvolle Versuch, dem genialen Moshé Feldenkrais über Bücher, die er las, näherzukommen:

Welche Erkenntnisse und Theorien beeinflussten den Denker?
Welche Seins- und Reflexionsbereiche faszinierten ihn?
Welche Sichten brachten in zu Einsichten?

In einer Vorbemerkung zur amerikanischen Ausgabe schrieb Dennis Leri über diese Serie von Artikeln: „Sie sind gewissermaßen als Archäologie der Einflüsse auf Moshé Feldenkrais gedacht. Ich möchte seine Einsichten nicht im Lichte heutigen Verstehens kritisieren, das kann bei anderer Gelegenheit geschehen. Hier ging es mir darum, Hinweise aufzugreifen, die Moshé Feldenkrais im Verlauf seines Unterrichts auf andere Fachgebiete gegeben hat.“

Zum Inhalt: Sherlock Holmes, Wissenschaftliche Kausalität und Naturgesetze, Galileo Galilei, Piaget und die Idee der Umkehrbarkeit, G.I. Gurdieff, Die Evolutionslehre Darwins, Ingenieur sein, Das Fechner-Weber-Prinzip, Speransky u.m.

Dennis Leri (1945 – 2016) studierte von 1973 – 1984 mit Moshé Feldenkrais in den USA und in Israel. Er war Feldenkrais-Trainer und leitete Ausbildungen in den USA und Europa.

Bibliothek des Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V.

Diese Lektion wurde 1980 von Moshé Feldenkrais in seiner zweiten Ausbildung in Amherst / USA in verschiedenen Variationen unterrichtet. Über die Verbindung von Händen und Füßen wird der gesamte Rumpf, die Arme und der Schultergürtel, sowie der Kopf in die Bewegung von Beugen, Seitneigen und Rollen eingeladen.

Die Lektion des Monats ist ein Live-Mitschnitt meiner Gruppenkurse. Die Audio-Datei ist ausschließlich für private Nutzung bestimmt, darf nicht weitergegeben, veröffentlicht oder anderweitig verwendet werden. Alle Rechte bleiben bei Christoph Habegger.

In dieser Lektion erforschen Sie, wie Sie über den Schub der Beine Länge in der Wirbelsäule und Volumen im Bauch- und Brustkorbraum entfalten können.

Die Lektion des Monats ist ein Live-Mitschnitt meiner Gruppenkurse. Die Audio-Datei ist ausschließlich für private Nutzung bestimmt, darf nicht weitergegeben, veröffentlicht oder anderweitig verwendet werden. Alle Rechte bleiben bei Christoph Habegger.

Wenn die Beine den Schultergürtel tragen

Eine dynamische Stabilität bedeutet, dass der Schwerpunkt möglichst weit oben und das Trägheitsmoment klein ist. Die aufrichtende Kraft der Anti-Schwerkraftmuskulatur und die stützende Funktion des Skeletts ermöglichen Länge durch die gesamte Wirbelsäule bis zum Kopf. In dieser Lektion erforschen Sie, wie sich der obere Brustkorb und der Schultergürtel daran beteiligen können.

Die Lektion des Monats ist ein Live-Mitschnitt meiner Gruppenkurse. Die Audio-Datei ist ausschließlich für private Nutzung bestimmt, darf nicht weitergegeben, veröffentlicht oder anderweitig verwendet werden. Alle Rechte bleiben bei Christoph Habegger.

Die Bewegungsmöglichkeiten der Arme und des Schultergürtels verbessern

Die Arme sind über den Schultergürtel mit dem Brustkorb und der Wirbelsäule verbunden. In dieser Lektion können Sie diese Beziehung klären und die Funktion der Hände und Arme in alltäglichen Handlungen wie Greifen, Schieben oder Ziehen verbessern.

Die Lektion des Monats ist ein Live-Mitschnitt meiner Gruppenkurse. Die Audio-Datei ist ausschließlich für private Nutzung bestimmt, darf nicht weitergegeben, veröffentlicht oder anderweitig verwendet werden. Alle Rechte bleiben bei Christoph Habegger.

Präsenz und Ausdruckskraft in Aufrichtung und Stimme
Von Christoph Habegger und Angelica Feldmann

Stimme ist ein ganzkörperliches Geschehen und eine wesentliche Funktion des Lebens. Von Kleinkind an geben wir unserem Befinden und unseren Bedürfnissen stimmlichen Ausdruck, lange bevor wir uns in Worten auszudrücken vermögen. Stimme ist Teil der kindlichen senso-motorischen Entwicklung. Über die Integration von Empfindung wirkt sie nach innen. In der Interaktion mit der Umgebung nach außen.
Stimme bleibt stets eng verbunden mit unserem Selbstempfinden. Es gibt eine persönliche leibliche Biografie, die den Stimmausdruck umfasst. Wann und ob wir die Stimme erheben, hängt eng damit zusammen. Während Sprache bis zu einem hohen Grad willentlich gesteuert wird, scheint in der Stimme das Unbewusste auf.

Die meisten Menschen „haben“ eine Stimme. Sie nehmen ihren persönlichen Klang und Ausdruck als gegeben an, als unveränderbar. Manche Menschen mögen sich selber nicht hören. Könnte man sagen, es gibt nicht nur Körperentfremdung, sondern auch Stimmentfremdung? Und hängt dies eventuell recht eng zusammen?

Erst in der „Luxusfunktion“, in der Gesangsstimme oder Bühnensprache, bekommt stimmlicher Ausdruck Gewicht und wird bewusst wahrgenommen. Hier werden Techniken entwickelt und Höchstleistungen erbracht. Häufig auf Kosten der Verkörperung der Stimme – und manchmal auch auf Kosten der Eigentümer.

In unseren Seminaren „Präsenz und Ausdruckskraft in Aufrichtung und Stimme“ begegnen sich die Wirkungsweise der Feldenkrais-Methode und von Atem-Tonus-Ton. Aus verschiedenen Perspektiven werden die körperlichen Voraussetzungen für authentischen, persönlichen Stimmklang untersucht.
Am Anfang jedes stimmlichen Ausdrucks steht der Atem. Was wir als Stimme hören, ist bewegte Luft, die der Körper entlässt. Wie die Stimme trägt und klingt, hängt unter anderem ab von der Durchlässigkeit des Körpers für die Atembewegung, von der Kraft des Atems, von der Spannkraft der Muskulatur, die die Tonspannung stützt, und der Schwingungsfähigkeit der Knochen, die den Ton leiten.

Bewegung befreit den Atem aus festgelegten Mustern

Das Atemgeschehen verläuft weitgehend unbewusst und ist nur bedingt kontrollierbar. Es ist für jeden Menschen einmalig. Die autonome Atemfunktion bildet eine Brücke zum Unbewussten, da der Atem sensibel wie ein Seismograf auf alle inneren wie äußeren, bewussten wie auch unbewussten Einflüsse reagiert. Atem ist mehr als eine körperliche Funktion mit dem phonetischen Ergebnis Stimme. Der Atem kann uns helfen, im Moment ganz anwesend zu sein. Er fördert somit physische und psychische Präsenz.
Atembewegung breitet sich im ganzen Körper aus, und das kann man spüren. Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Atem aus festgelegten und einschränkenden Mustern zu befreien, bietet Bewegung. Bewegung beeinflusst den Atem, ohne dass wir willentlich eingreifen müssten. Dabei spielt eine große Rolle, dass unser Skelett seine stützende Funktion ausüben und Kräfte weiterleiten kann, und möglichst viele Muskeln von Haltearbeiten befreit werden. Dem Erlebnis einer inneren Kraft, die den Körper reflektorisch über die tonisch kontrahierende Skelettmuskulatur ohne jegliche willkürliche Muskelanstrengung aufrichtet, folgt die Entdeckung einer bisher unbekannten Beweglichkeit des Rumpfes. Unsere Körperwände können der Innenbewegung des Atems leichter nachgeben, was sich positiv auf die Öffnung der Gelenke, die Länge der Wirbelsäule und die Aufrichtung des Kopfes auswirkt.

Die Vitalität unserer Innenräume

Auf die Stimme bezogen, fördern die Kräfte aus den Beinen und dem Becken die Kraft und Länge eines Tones. Dabei werden die sensiblen Bereiche rund um den Kehlkopf entlastet. Die Muskulatur des Kehlkopfes ist beim Singen und Sprechen nicht unmittelbar steuerbar. Unsere Ausatemluft versetzt die Stimmlippen in Schwingung. Diese erzeugen den primären Kehlkopfton. Das Zwerchfell als Hauptatemmuskel, die Atemhilfsmuskulatur und die Stimmlippen sorgen für das notwendige Verhältnis aus Druck, Widerstand und Sog. Da sich dieses im Verlauf einer Stimmphrase von Überdruck auf Unterdruck verändert, sind diese Systeme in ununterbrochener Adaption gefragt. Wird die Spannung am Ende einer Tongebung gelöst, geht dies einher mit einer vertieften, reflektorischen Einatmung. Es entsteht ein organischer Wechsel zwischen Spannung und Lösung. Selbst bei größter Belastung kann so ein Gleichgewicht beibehalten werden.

Unsere Diaphragmen, die horizontalen Muskelformationen des Körpers – wie Gaumensegel, Mundboden, Stimmlippen, Zwerchfell oder Beckenboden – wirken als Schwingböden gleichermaßen trennend wie verbindend. Werden die darüber und darunter liegenden Räume in ihrem Eigengewicht oder der Resonanzschwingung erfahren, finden sie zu einem angemessenen Tonus und können als System besser zusammenwirken. Dies fördert die Vitalität unserer Innenräume.

Der Einsatz eines Tones beginnt im Kehlkopf. Über die Knochen werden diese Vibrationen weitergeleitet, der jeweils umliegende Körperraum schwingt mit. Wenn die feinen Schwingungen des Tones den Körperraum mitklingen lassen, spricht man von Resonanzraum. Der Ton entwickelt sich zum Klang. Dass dabei auch seelische Anteile transportiert werden, ist nicht nur unvermeidbar, sondern geradezu notwendig. Wer nur die Sonnenseite seiner Stimme zeigen möchte, vermittelt eine unangenehme Bemühtheit. Eine organische, wohlklingende Stimme spricht aus dem ganzen Körper. Hier gilt es, übernommene Klangvorstellungen von „schönen“ und „hässlichen“ Tönen außen vor zu lassen. Die eigene Stimme zu finden, erfordert Hingabe. Sich in der Welt hörbar zu machen, Mut. Brüchige oder unsichere Töne bergen das Potenzial zur weiteren stimmlichen Entfaltung. Nur wer sich dieser „Schattenseite” annimmt, findet seine eigene Stimme.

Wir hören nicht nur Stimme, wir spüren sie auch

Akustische Präsenz entsteht nicht durch Lautstärke. Wenn sich das Wahrnehmungsfeld vom eigenen Körper in den Außenraum ausdehnt, wird auch der Klangraum erweitert. Es entsteht Volumen ohne Druck. Über den Kontakt zur Umwelt erfährt die Aussage eine Richtung. In der darstellenden Kunst spricht man vom „Senden”. Als Empfänger werden wir von Schwingung berührt. Wir hören nicht nur Stimme, wir spüren sie auch. Durch dieses Bewegtsein können wir nachvollziehen, was gemeint ist. Die Kommunikation wird durch den Klang der Stimme wesentlich beeinflusst. Wenn die Person „hinter der Stimme“ aufscheint, wachsen Überzeugungskraft und Vertrauen.

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6 Feldenkrais-Lektionen für den Alltag auf Doppel-CD

Die Lektionen sind so aufgebaut, dass sie auch für Personen ohne Vorkenntnisse gut geeignet sind. Es werden grundlegende Aspekte effizienter, harmonischer und müheloser Bewegung erforscht und anhand von 6 Lektionen beleuchtet. Jede Lektion dauert ca. 20 Minunten und lässt sich so gut in den Alltag integrieren.

Die CD ist für Personen geeignet, welche die Feldenkrais-Methode kennenlernen möchten oder nach geeigneten Bewegungsabläufen für ihr tägliches Programm suchen.

EUR 29,00 & Versand und Bearbeitung EUR 3,00 (Österreich) / EUR 6,00 (Deutschland & Schweiz)

Impressionen verschiedener Bewegungssequenzen.

(Frankfurter Allgemeine 02.05.2014)

Die Feldenkrais-Methode ist eine Therapie, die nichts Spirituelles an sich hat. Benannt nach ihrem Erfinder, soll sie helfen, Körperhaltung und Selbstbild zu verbessern.
02.05.2014, von Volker Stollorz

Kinder sind glücklich, wenn sie das erste Mal auf eigenen Füßen stehen. Mit dem aufrechten Gang erobern sie sich die Welt. Sarah ist davon weit entfernt. Sechzehn Monate ist das Mädchen alt, doch es bewegt sich kaum. Bei der Geburt gab es Komplikationen, dem Gehirn mangelte es kurze Zeit an Sauerstoff. So lernte Sarah nicht krabbeln, wie es Kleinkinder sonst tun, nicht aufrecht sitzen, nicht sprechen. Zu Hause weint das Kind viel. Wir sehen es nun regungslos auf einer braunen Therapiebank liegen. Wie könnte man ihm bloß helfen?

Knapp sechzig Schülerinnen und Schüler verfolgen im Feldenkrais-Zentrum in Vussem in der Eifel den Lehrfilm über Sarahs Fall. Chava Shelhav hat ihn 2013 in Tel Aviv aufgezeichnet. Die Israelin war eine der ersten Schülerinnen von Moshé Feldenkrais. Bei ihm lernte sie die Methode des „organischen Lernens“ kennen. Bewusstheit entsteht durch Bewegung, war Feldenkrais überzeugt. Und davon, dass unser Bewegungsapparat zu viel mehr fähig ist, als wir selbst annehmen würden.

„Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst“

Moshé Feldenkrais, 1904 in der Ukraine geboren und 1984 in Tel Aviv gestorben, hatte seine eigenwillige Bewegungslehre über Jahrzehnte hinweg entwickelt. Durch „funktionale Integration“ versuchte er, das Selbstbild seiner Klienten zwanglos und in kleinsten Schritten zu verändern. Die Feldenkrais-Methode hat das Ziel, Bewegungsräume zu erweitern. Daran wird in Einzel- oder Gruppenstunden gearbeitet, mittels Wiederholung und internem Feedback.

„Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst“, lautet das Credo, das die Feldenkrais-Methode von Gymnastik, Yoga, Pilates und ähnlichen Spielarten einer Körpertherapie unterscheidet. Hinter Feldenkrais steckt nichts Spirituelles, auch wenn die meisten das denken, wenn sie den Namen zum ersten Mal hören. Basis ist vielmehr die menschliche Anatomie. Und das Erkunden der Wahrnehmungsfähigkeit.

Am Anfang sei alles offen, sagt Chava Shelhav, die wichtige Einsichten ihres Lehrers auf die Bewegungsentwicklung von Kleinkindern übertragen hat. Von ihrer „Child’s Space“-Methode sollen schon Babys profitieren. Deren Selbstwahrnehmung soll angeregt werden. Shelhav setzt insbesondere auf Berührungen und spielerische Bewegungen. Alle Möglichkeiten sollen ausgelotet werden, was häufig genug unterbleibt, wenn die Eltern ihren Nachwuchs in Babywippen oder Gehhilfen stecken.

Soziale Kompetenz und Bewegungssystem

Die Gemeinde der Feldenkrais-Therapeuten ist in Deutschland recht überschaubar. Ähnlich wie beim Yoga und anderen Körpertechniken fehlen bislang wissenschaftliche Studien, die den angestrebten Effekt nachweisen könnten. Zwar mangelt es nicht an beeindruckenden Einzelfallschilderungen. Doch im traditionellen Wissenschaftsbetrieb gelten die wenig.

Grundsätzlich weiß man allerdings, dass die soziale Kompetenz von Erwachsenen eng mit der Reife ihres Bewegungssystems verknüpft ist. Genauso wie ihre Gefühlswelt. Der Grundstein dazu wird ihm in der Wiege vermittelt. Wie ein Mensch sich zu Beginn seines Lebens bewegt hat, wie er stimuliert wurde beim ersten Kontakt mit der Welt – all das spiegelt sich später in seiner Körperhaltung wider.

Ein gutes Beispiel ist der erste bewusste Selbstkontakt, den ein Baby erfährt. Sobald es willentlich beide Hände vor dem Bauch zusammenführen kann, lernt das Gehirn, diesen doppelten Hautkontakt von der bloßen Berührung eines Objekts zu unterscheiden. Zugleich verortet das Hirn die Lage bewegter Glieder im Raum. Je mehr das Kind ausprobiert, desto mehr kann es später an Beweglichkeit abrufen.